bei der Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst zu Konstanz, 1840

 

Kennt ihr, kennt ihr das freie Wort,

Das mit der Sonne kreist?

Das mit den Wogen donnert fort?

Das mit dem Sturme reist?

Das reich wie Tau vom Himmel tropft,

An Hütten und Paläste klopft?

Kennt ihr den freien Geist?

 

Kennt ihr, kennt ihr das Zauberschwert,

Dem jede Lüge fällt?

Kennt ihr den Meister, lieb und wert?

Kennt ihr der Helden Held?

Von Gutenberg singt mir ein Lied,

Ein Lied vom guten Waffenschmied,

Ein Lied vom Mann der Welt!

 

Die Wahrheit klingt von Ohr zu Ohr,

Sie klingt von Mund zu Mund,

Sie hat wie Sterne ihren Chor

Und tut sich allwärts kund;

Das Wort rauscht wie das freie Meer

Frei um die weite Erde her

Und schließt den Völkerbund.

 

Und der es so aus stummer Nacht

Erlöst, der das getan,

Der tausendfältig es gemacht,

Dem stimmt ein Loblied an!

Heil ihm, Heil ihm und seinem Werk!

Dem Gutenberg, dem besten Berg!

Heil jedem freien Mann!


Das Gedicht "Gutenberglied" stammt von   (1817 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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