Vorm Feinde stand in Reih′ und Glied
Das Volk um seine Fahnen,
Da rief Herr Struthahn Winkelried:
»Ich will den Weg euch bahnen!
Dir, Gott, befehl′ ich Weib und Kind,
Die ich auf Erden lasse -«
Und also sprengt′ er pfeilgeschwind
Der Freiheit eine Gasse.

Das war ein Ritter noch mit Fug,
Der wie ein heiß Gewitter
Die Knechte vor sich niederschlug -
O wär′ ich solch ein Ritter,
Auf stolzem Roß von schnellem Huf,
In schimmerndem Kürasse,
Zu sterben mit dem Donnerruf:
Der Freiheit eine Gasse!

Doch zittert nicht! Ich bin allein,
Allein mit meinem Grimme;
Wie könnt′ ich euch gefährlich sein
Mit meiner schwachen Stimme?
Dem Herrscher bildet sein Spalier,
Wie sonst, des Volkes Masse,
Und niemand, niemand ruft mit mir:
Der Freiheit eine Gasse!

Ihr Deutschen ebnet Berg und Tal
Für eure Feuerwagen,
Man sieht auf Straßen ohne Zahl
Euch durch die Länder jagen;
Auch dieser Dampf ist Opferdampf -
Glaubt nicht, daß ich ihn hasse -
Doch bahnet erst in Streit und Kampf
Der Freiheit eine Gasse!

Wenn alle Welt den Mut verlor,
Die Fehde zu beginnen,
Tritt du, mein Volk, den Völkern vor,
Laß du dein Herzblut rinnen!
Gib uns den Mann, der das Panier
Der neuen Zeit erfasse,
Und durch Europa brechen wir
Der Freiheit eine Gasse!


Das Gedicht "Der Freiheit eine Gasse!" stammt von   (1817 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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