Wer läs es nich - mei Leibzger Dagebladd?!

Der Stadtrat un der Mann in Leinwandgiddel -

Ä jeder hälds. In Rathaus wie in Spiddel

Reißd mer sich drum un seifzd wenn mersch nich had.

 

Un had mersch, liesd mersch - kriechd mersch gar nich sadd,

Das awer is sei scheensder Ruhmesdiddel:

′s is Sie das härrlichsde Beruhjungsmiddel

Fer dän, der ergend was von Nerven had:

 

Nie wurde ′s (wie de mehrschden andern Blädder)

Dorch Mord un Dodschlag, Brand un Hagelwedder

Ze iewereilden Meldungen verleidet!

 

Erzählds, daß wo ne Scheißlichgeid gewesen:

Had mersche längst schon anderschwo gelesen

Un is gewissermaßen vorbereided!


Das Gedicht "′s Dagebladd" stammt von   (1849 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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