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Schifferreigen


[Erster Schiffer]

Es kömmt ein Fink geflogen

Des Morgens über Meer,

Der bringt mir Grüß und Lieder

Von meinem Liebchen her.

 

Wenn ich ein Vogel wäre,

Stellt′ ich das Schiffen ein,

Und wenn ich wär kein Schiffer,

Ein Schwimmer müßt ich sein.

 

[Zweiter Schiffer]

Ich laß mein Schifflein treiben

Hinauf, hinab die Flut;

Ob Wind und Woge schlafen,

Das Schiff sich nimmer ruht.

 

Gib mir mein Ruder wieder,

Und laß das Spielen sein,

O Diebin, oder nimm mich

In deinen Nachen ein!

 

[Dritter Schiffer]

Es kömmt ein Schwan gezogen

Des Abends auf der Flut;

Ich will am Strande liegen,

Es träumt sich da so gut.

 

Es schwimmen auf den Wogen

Viel Schiffe groß und klein;

Ich kann nicht mit euch fahren,

Mein Nachen sank mir ein.

 

[Schifferin]

Ich bin zur Welt gekommen

In Wogen und in Wind,

Und Wind und Wogen wiegten

Mich als ein kleines Kind.

 

Dann bin ich Jungfrau worden,

Bekam ein Herz geschwind,

Und Herz und Jungfrau waren

Wie lauter Wog und Wind.

 

Bald klar und still zu schauen,

Bald wieder wild und kraus;

So lock ich manchen Nachen

Auf Klipp und Sand hinaus.

 

Ihr Schiffer, laßt das Singen!

Es geht in Wog und Wind.

Ihr solltet doch wohl wissen,

Was das für Dinge sind.



(* 07.10.1794, † 01.10.1827)




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