Auf kühlen Bergen, an des Meeres Strande,

Ist dir ein heitrer Gartensitz bereitet,

Nicht allzu eng′, auch nicht zu weit verbreitet:

Man liebt sich einzuschränken auf dem Lande.

 

Ein junger Quell im Bett von weichem Sande

Ist zierlich durch die Gänge hingeleitet,

Bis er betrogen in ein Becken gleitet,

Das ihm versteckt der Blumenhain am Rande.

 

Da muß er, eingezwängt in schlanker Säule,

Aufsteigen aus dem runden Marmormunde,

Und auf der Höhe sich in Schaum zerstäuben.

 

Das Moosbett winkt zu mittäglicher Weile:

Es schlummert Alles, nur im klaren Grunde

Seh′ ich die goldnen Fischlein Spiele treiben.


Das Gedicht "Juli" stammt von (* 1794-10-07, † 1827-10-01).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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