Erkennst du mich in meinem bunten Kleide,

Mit meiner Pritsche, meinem Schellenhut,

Mit meinem unermüdlich krausen Muth,

Voll Scherz und Rank und Witz und Schadenfreude?

 

Doch zapft man hier, zu meinem großen Leide,

Mir jährlich ab ein Becken wildes Blut:

Humanitas meint es mit mir nicht gut,

Und schwärzt mich an mit unhumanem Neide.

 

Ich darf nicht mehr frei durch die Straße wandern,

In enge Säle schließen sie mich ein,

Und wollen gar, ich soll vernünftig sein.

 

Wie thut mir's weh um dich vor allen Andern!

Ich möchte gern dich römisch lustig sehn,

Und müßt' ich selbst dabei zu Grunde gehn.

 


Das Gedicht "Februar" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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