Leichtsinnig, launig, neckisch, ausgelassen,

Wandl′ ich in jeder Stunde Leib und Sinn:

Kaum weiß ich selbst, wie ich beschaffen bin,

Wie sollen mich die fremden Leute fassen?

 

Hier werf′ ich einen Schneeball durch die Gassen,

Dort schweb′ ich blau in jungen Düften hin,

Bald streich′ ich sanft der Schönen weiches Kinn,

Bald sagen sie, ich wäre grob im Spaßen.

 

Gern wollt′ ich dir noch Vieles von mir sagen,

Doch drückt mich des Sonettes enges Band,

Das mir die Muse um den Mund geschlagen.

 

Sie sprach: Ich kenne dich als ungezogen,

Und jener Herr hat in dem welschen Land

Der besten Sitt′ als Kavalier gepflogen.


Das Gedicht "April" stammt von (* 1794-10-07, † 1827-10-01).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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