Wildgänse rauschen durch die Nacht

Mit schrillem Schrei nach Norden -

Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!

Die Welt ist voller Morden.

 

Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,

Graureisige Geschwader!

Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,

Weit wallt und wogt der Hader.

 

Rausch′ zu, fahr′ zu, du graues Heer!

Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!

Fahrt ihr nach Süden übers Meer -

Was ist aus uns geworden!

 

Wir sind wie ihr ein graues Heer

Und fahr′n in Kaisers Namen,

Und fahr′n wir ohne Wiederkehr,

Rauscht uns im Herbst ein Amen!


Das Gedicht "Wildgänse rauschen durch die Nacht" stammt von (* 1887-07-06, † 1917-10-16).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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