Nun ist er endlich kommen doch

in grünem Knospenschuh.

"Er kam, er kam ja immer noch",

die Bäume nicken sich′s zu.

 

Sie konnten ihn all erwarten kaum,

nun treiben sie Schuß auf Schuß;

im Garten der alte Apfelbaum

er sträubt sich, aber er muß.

 

Wohl zögert auch das alte Herz

und atmet noch nicht frei,

es bangt und sorgt: "Es ist erst März,

und März ist noch nicht Mai."

 

O schüttle ab den schweren Traum

und die lange Winterruh′,

es wagt es der alte Apfelbaum,

Herze, wag′s auch du!


Das Gedicht "Frühling" stammt von (* 1819-12-30, † 1898-09-20).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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