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Weihe


Hinaus zum strom! wo stolz die hohen rohre

Im linden winde ihre fahnen schwingen

Und wehren junger wellen schmeichelchore

Zum ufermoose kosend vorzudringen.

 

Im rasen rastend sollst du dich betäuben

Am starken urduft, ohne denkerstörung.

So dass die fremden hauche all zerstäuben.

Das auge schauend harre der erhörung.

 

Siehst du im takt des strauches laub schon zittern

Und auf der glatten fluten dunkelglanz

Die dünne nebelmauer sich zersplittern?

Hörst du das elfelied zum elfentanz?

 

Schon scheinen durch der zweige zackenrahmen

Mit sternenstädten selige gefilde.

Der zeiten flug verliert die alten namen

Und raum und dasein bleiben nur im bilde.

 

Nun bist du reif, nun schwebt die herrin nieder,

Mondfarbne gazeschleier sie umschlingen.

Halboffen ihre traumesschweren lider

Zu dir geneigt die segnung zu vollbringen:

 

Indem ihr mund auf deinem antlitz bebte

Und sie dich rein und so geheiligt sah

Dass sie im kuss nicht auszuweichen strebte

Dem finger stützend deiner lippe nah.



(* 12.07.1868, † 04.12.1933)




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