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Nietzsche


Schwergelbe wolken ziehen überm hügel

Und kühle stürme - halb des herbstes boten

Halb frühen frühlings... Also diese mauer

Umschloss den Donnerer - ihn der einzig war

Von tausenden aus rauch und staub um ihn?

Hier sandte er auf flaches mittelland

Und tote stadt die letzten stumpfen blitze

Und ging aus langer nacht zur längsten nacht.

 

Blöd trabt die menge drunten - scheucht sie nicht!

Was wäre stich der qualle, schnitt dem kraut!

Noch eine weile walte fromme stille

Und das getier das ihn mit lob befleckt

Und sich im moderdunste weiter mästet

Der ihn er würgen half sei erst verendet!

Dann aber stehst du strahlend vor den zeiten

Wie andre führer mit der blutigen krone.

 

Erlöser du! selbst der unseligste -

Beladen mit der wucht von welchen losen

Hast du der sehnsucht land nie lächeln sehn?

Erschufst du götter nur um sie zu stürzen

Nie einer rast und eines baues froh?

Du hast das nächste in dir selbst getötet

Um neu begehrend dann ihm nachzuzittern

Und aufzuschrein im schmerz der einsamkeit.

 

Der kam zu spät der flehend zu dir sagte:

Dort ist kein weg mehr über eisige felsen

Und horste grauser vögel - nun ist not:

Sich bannen in den kreis den liebe schliesst...

Und wenn die strenge und gequälte stimme

Dann wie ein loblied tönt in blaue nacht

Und helle flut - so klagt: sie hätte singen

Nicht reden sollen diese neue seele!



(* 12.07.1868, † 04.12.1933)




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