Madrigal.
Ihr Männer bildet euch nicht ein,
Als ob Vernunft, Verstand, Gelehrsamkeit und aufgeklärter Sinn
Solt euer Eigenthum und Erbrecht seyn;
Nein! warlich, der das Firmament gesetzt,
Der hat das Frauen-Volk nichts minder hoch geschätzt:
Und ihnen auch Verstand und Witz verliehen.
Es soll wie ihr, des hohen Geistes Gaben,
Auch im Besitze haben.
Drum muß ihr Lorber-Zweig, so wie der eure blühen.
Zörnet, tobet, lästert, neidet immerhin,
Ihr werdt es doch nicht hindern können,
Ihr solt und müßt denselben doch die Ehre gönnen!
Drum bildet euch ihr Männer ja nichts ein!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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