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Itzt will ich in den Wald und mit Dianen jagen...


Itzt will ich in den Wald / und mit Dianen jagen!

Ich lieb′ / und das ich lieb / gefält mir selber nicht;

dann Lieb′ ist solch ein Tuhn / das alles guhte bricht /

mein Elend ist zu groß; Ich muß mich damit plagen /

das mein Gewissen krenckt / und stets Verlangen tragen

nach dem / das mir nicht wird: die böse Liebes Gicht /

die grimme Tobessucht / hat mich so zugericht /

daß ich nicht ich mehr bin; Itzt will ich ihr entsagen /

so viel ich immer kan / dan ungegründte Trew

läst nimmer friedsam seyn / und bringt zu späte Rew;

Sie ist ein fressend Fewr / und frisst sich nimmer satt /

ist blind / ist Wind / und brent / ist ein Verderb der Jugend /

sie ist ein guhtes Bös′ und lasterhaffte Tugend;

doch sey sie / wie sie wol / mich macht sie faul und matt.



(* 14.02.1621, † 31.07.1638)




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