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Auß dem Lob einer Nachtmusic


Die Music mein ich hier / die Sinn und Muht durchdringet /

und mit der Liebligkeit biß in das Marck erklinget.

wo nichtes anders sonst des Menschen Muht bewegt /

da ist sie offters / die den Geist in ihm erregt;

und der vohr lange Zeit betrübet hat gesessen /

der kan durch die Music bald werden so vermessen /

daß er mit gradem Fuß lest sehen was er kan /

und stelt sich / als wolt er den hohen Himmel an.

Und dieses hab ich selbst zuhm offtern so befunden /

ja erst noch diese Nacht in mitnächtlicher Stunden /

da mich die Gans im Bett auch kaum gehalten hat /

weil dieses ganze Hauß mir vorkam als ein Radt:

die Stüle hüpften mir vohr Augen auff und nieder /

die Tisch und Bäncke gleich sich regten hin und wieder:

so starck ist die Music gewesen diese Nacht /

als recht in deren mitt′ ich war vohm Schlaff erwacht /

und was zuhm offtern mir ein Fabel war gewesen /

wan ich vohn Orpheus hatt und seiner Kunst gelesen /

das fieng mir gänzlich an für Wahrheit einzugehn etc.



(* 14.02.1621, † 31.07.1638)




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