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Alß sie ein Poëtischer Geist tribe


Ich / der ich sonsten pflag von schlechten Dingen schreiben /

bin gänzlich umgekehrt / nun muß mein Lob wohl bleiben /

und grünen wie ein Zweig / iezt wil ich meinen Sinn /

von dem / das niedrig ist / biß in die Wolcken ziehn.

Die Göttin Fama wil mir selber Flügel geben /

die immer für und für am hellen Himmel kleben /

und wo der Venus Sohn hinfüro schiessen wil

nach mir / so raht ich / daß er in die Wolcken Ziel.

Da soll mein Ball=Plaz seyn / da soll das Glüder fliegen /

wie Spreu / das brennen muß / und allzeit unten ligen.

Die Clio bindet mir schon selbst die Lohrbeer=Kron /

die Ewig grünen wird / nun soll die Kunst den Lohn

erlangen / recht; So muß ein freyer Sinn bekleiben;

nuhn / ich will immer auch bey meinen Worten bleiben /

und steigen mit dem Sinn des Himmels Leiter an /

ein jeder sey bereit / daß er mir folgen kan.



(* 14.02.1621, † 31.07.1638)




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