Da soll die Hütte niemand bauen,

da siedle nie ein Mensch sich an,

wo man den Dichtern nicht mehr trauen,

wo man kein Lied mehr hören kann!

Wo man der Leier goldne Saite

weit schlimmer fürchtet als das Schwert!

Wo zu der Geister frischem Streite

man weder Raum noch Licht gewährt!

Was nützt es Tempel zu errichten,

wenn ihr die Götter selbst vertreibt?

Die Wahrheit sucht ihr zu vernichten:

Was nützt es, daß die Lüge bleibt?! -

Ihr habt euch selbst das Los gezogen,

die Stunde naht, das Maß ist voll;

und statt der Leier greift den Bogen

der rächende, der Gott Apoll!


Das Gedicht "Weh′ euch, ihr stolzen Hallen" stammt von (* 1816-05-30, † 1872-06-21).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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