1
Metternich und Messerstich ...
Kann den Reim ich stehen lassen?
Messerstich und Metternich ...
Zwar der Reim ist jämmerlich,
doch die Sache scheint zu passen.
2
Messerstich und Metternich ...
Wären N und T nicht dumpf,
reimte beides sich beinah:
Metternich und Messerstich ...
Zwar ein Messer war er, ja;
doch bei alledem, wie stumpf! -
3
Und dies stumpfe Messer doch
scharf genug war′s immer noch,
unsre Freiheit, unsre Rechte
unerbittlich zu zerschneiden,
keine Sichel tät′ es besser.
Welch ein Volk der Narrn und Knechte,
das dergleichen konnte leiden,
das sich also ließ zerschneiden
seine Freiheit, seine Rechte -
noch dazu mit stumpfem Messer!
Das Gedicht "Aus schuldiger Rücksicht" stammt von Robert Eduard Prutz (* 1816-05-30, † 1872-06-21).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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