Schenk mir deinen goldnen Kamm;

jeder Morgen soll dich mahnen,

daß du mir die Haare kußtest.

Schenk mir deinen seidnen Schwamm;

jeden Abend will ich ahnen,

wem du dich im Bade rüstest -

oh, Maria!

 

Schenk mir Alles, was du hast;

meine Seele ist nicht eitel,

stolz empfang ich deinen Segen.

Schenk mir deine schwerste Last:

willst du nicht auf meinen Scheitel

auch dein Herz, dein Herz noch legen

Magdalena?


Das Gedicht "Jesus bettelt" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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