Aus dem meergrünen Teiche

neben der roten Villa

unter der toten Eiche

scheint der Mond.

 

Wo ihr dunkles Abbild

durch das Wasser greift,

steht ein Mann und streift

einen Ring von seiner Hand.

 

Drei Opale blinken;

durch die bleichen Steine

schwimmen rot und grüne

Funken und versinken.

 

Und er küßt sie, und

seine Augen leuchten

wie der meergrüne Grund:

ein Fenster tut sich auf.

 

Aus der roten Villa

neben der toten Eiche

winkt ihm eine bleiche

Frauenhand...


Das Gedicht "Erwartung" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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