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Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte


Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte

ins Haar, das leis ein weher Wind bewegt -

Siehst du den Mond, wie eine silberechte

Merkmünze, und ein Bild ist eingeprägt:

ein Weib, das lächelnd dunkle Dornen trägt -

Das ist das Zeichen toter Liebesnächte.

 

Fühlst du die Rosen auf der Stirne sterben?

Und jede läßt die Schwester schauernd los

und muß allein verdarben und verderben,

und alle fallen fahl in deinen Schooß.

Dort sind sie tot. Ihr Leid war leis und groß.

Komm in die Nacht. Und wir sind Rosenerben.



(* 04.12.1875, † 29.12.1926)




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