Versailles

 

Wie Könige die schließlich nur noch schreiten

fast ohne Ziel, nur um von Zeit zu Zeit

sich den Verneigenden auf beiden Seiten

zu zeigen in des Mantels Einsamkeit -:

 

so steigt, allein zwischen den Balustraden,

die sich verneigen schon seit Anbeginn,

die Treppe: langsam und von Gottes Gnaden

und auf den Himmel zu und nirgends hin;

 

als ob sie allen Folgenden befahl

zurückzubleiben, - so daß sie nicht wagen

von ferne nachzugehen; nicht einmal

die schwere Schleppe durfte einer tragen.


Der Text des Gedichts "Die Treppe der Orangerie" stammt von (* 1875-12-04, † 1926-12-29).




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