Der Eremit ist dick und groß;

Er haßt die Nebenmenschen bloß.

Er liebt nur seine Klause

Und bleibt daher zu Hause.

Die ganze Welt ist ihm Pomade.

Die Nebenmenschen sagen: schade!

Das aber rührt den Teufel nicht.

Hat er nur stets sein Leibgericht,

So ist ihm alles piepe -

Der Haß und auch die Liepe.


Das Gedicht "Moderner Gassenhauer" stammt von (* 1863-01-08, † 1915-10-15).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte