Ich war im Traume betrunken

Und sah ein altes Kamel,

Das war zu Boden gesunken —

Es lachte — bei meiner Seel!

 

Und bald lag mein ganzes Genie

Neben dem lachenden Vieh.

Der Himmel lachte über mir,

Und ich trank immer noch für Vier.

 

Mein Kamel kam nicht zu kurz dabei;

Ich ließ es trinken fast für Drei.

Dies war meine schönste Zecherei;

Ich fühlte mich so groß und frei.

 

Ich trinke — bei meiner ewigen Seele! —

Nur noch mit einem alten Kamele.

Mit Menschen trinken ist der größte Kohl —

Kamele nur verstehn den Alkohol.


Das Gedicht "Ein Säufertraum" stammt von (* 1863-01-08, † 1915-10-15).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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