Eine Phantastensure

 

Lass die Erde! Lass die Erde!

Lass sie liegen, bis sie fault.

Über schwarzen Wiesentriften

Fliegen große Purpurengel,

Ihre Scharlachlocken leuchten

In dem grünen Himmel

Meiner Welt.

 

Lass die Erde! Lass die Erde!

Lasst sie schlafen, bis sie fault.

Über weißen Bernsteinkuppeln

Flattern blaue Turteltauben,

Ihre Saphirflügel flimmern

In dem grünen Himmel

Meiner Welt.

 

Lasst die Erde! Lasst die Erde!

Lasst sie, lasst sie, bis sie fault.

Über goldnen Schaumgewässern

Spielen zahme Silberfische,

Ihre langen Flossen zittern

In dem grünen Himmel

Meiner Welt.

 

Hasst die Erde! Hasst die Erde!


Das Gedicht "Die andere Welt" stammt von (* 1863-01-08, † 1915-10-15).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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