Ach, ich kann ja gar nicht schlafen!

Über dem dunkelgrünen Myrtentor

Thront ein dicker roter Mond. —

Ob es später wohl noch lohnt,

Wenn man auf dem Monde wohnt?

Über dem dunkelgrünen Myrtentor?

Wär′s nicht möglich, daß uns drüben

„Längre“ Seligkeiten küßten?

Wenn wir das genauer wüßten!

Hier ist alles zu schnell aus.

Jeder lebt in Saus und Braus.

Wem das schließlich nicht gefällt,

Hält die ganze große Welt

Auch bloß für ein Narrenhaus!

Ach, ich kann ja gar nicht schlafen!

Alter Mond, ich lach dich aus!

Doch du machst dir nichts daraus!


Das Gedicht "Dicker roter Mond" stammt von (* 1863-01-08, † 1915-10-15).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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