Ich lebte vor langer langer Zeit

In einem Raume,

Der ganz voll Licht war;

Es leuchteten wohl sämtliche Atome.

Und da kam plötzlich

Eine schwarze Sonne an,

Die schwarze Strahlen

Durch das Lichtreich sandte.

Die schwarzen Strahlen waren kühl

Und kühlten auch meinen heißen Leib,

Der selbstverständlich nicht

Aus dicken Stoffen sich zusammensetzte.

Nun brach sich jenes schwarze Licht,

Das ganz besondre Qualitäten zeigte,

In meinem heißen Leibe so,

Daß ich einen —

Schwarzen Schweif bekam;

Und spalten tat sich dieser Schweif

Und sah beinah so aus

Wie jene langen Streifen,

Die sich an Menschenfräcken

Unter den Händen

Fleißiger Schneider bilden.

Ich ward in jener alten alten Zeit

Ein Frack-Komet.

Ob sich für unsre Erde

Noch mal Kometen

Sichtbar machen könnten —

In Frackform?


Das Gedicht "Der Frack-Komet" stammt von (* 1863-01-08, † 1915-10-15).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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