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Nun laßt uns gehn und treten


Nun laßt uns gehn und treten

mit Singen und mit Beten

zum Herrn, der unserm Leben

bis hieher Kraft gegeben.

 

Wir gehn dahin und wandern

von einem Jahr zum andern,

wir leben und gedeihen

vom alten zu dem neuen.

 

Denn wie von treuen Müttern

in schweren Ungewittern

die Kindlein hier auf Erden

mit Fleiß bewahret werden.

 

Also auch und nicht minder

läßt Gott uns, seine Kinder,

wenn Not und Trübsal blitzen,

in seinem Schoße sitzen.

 

Ach, Hüter unsers Lebens,

fürwahr, es ist vergebens

mit unserm Tun und Machen,

wo nicht dein Augen wachen.

 

Gelobt sei deine Treue,

die alle Morgen neue,

Lob sei den starken Händen,

die alles Herzleid wenden.

 

Laß ferner dich erbitten,

o Vater, und bleib mitten

in unserm Kreuz und Leiden

ein Brunnen unsrer Freuden.

 

Gib uns und allen denen,

die sich von Herzen sehenen

nach dir und deiner Hulde,

ein Herz, das sich gedulde.

 

Sprich deinen milden Segen

zu allen unsern Wegen,

laß Großen und auch Kleinen

die Gnadensonne scheinen.

 

Sei der Verlassnen Vater,

der Irrenden Berater,

der Unversorgten Gabe,

der Armen Gut und Habe.

 

Hilf gnädig allen Kranken,

gib fröhliche Gedanken

den hochbetrübten Seelen,

die sich mit Schwermut quälen.

 

Und endlich, was das meiste,

füll uns mit deinem Geiste,

der uns hier herrlich ziere

und dort zum Himmel führe.

 

Das alles wollst du geben,

o meines Lebens Leben,

mir und der Christenschare

zum selgen neuen Jahre.



(* 12.03.1607, † 27.05.1676)




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