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An Deutschland


Ja, Mutter, es ist wahr: ich habe diese Zeit,

Die Jugend, mehr als faul und übel angewendet.

Ich hab es nicht getan, wie ich mich dir verpfändet.

So lange bin ich aus, und denke noch so weit.

 

Ach, Mutter, zürne nicht; es ist mir mehr als leid,

Der Vorwitz, dieser Mut, hat mich zu sehr verblendet.

Nun hab ich allzuweit von dir, Trost, abgeländet

Und kann es ändern nicht, wie hoch es mich auch reut.

 

Ich bin ein schwaches Boot, ans große Schiff gehangen,

Muß folgen, wie und wenn und wo man denkt hinaus.

Ich will gleich oder nicht. Es wird nichts anders draus.

 

Indessen meine nicht, o du mein schwer Verlangen,

Ich denke nicht auf dich und was mir Frommen bringt.

Der wohnet überall, der nach der Tugend ringt.



(* 05.10.1609, † 02.04.1640)




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