Die Vögel sprangen von den Winden auf den Garten

Und fielen auf die hellen Rasenbeete,

Betäubt vom Duft der blühenden Stakete

Am weißen Haus mit vierzehn Rosenarten.

 

Die gelben Steige, die den Rasen masern,

Kommst du in Weiß, berieselt von den Winden,

Und deine Augen ,duften noch den Blinden -

­Die warmen Blumen an den Nervenfasern.

 

Freude der Tropen wächst. Im blauen Raum

Zünden die Wolken, leuchtende Phantome.

Und du, in deines Blutes Aura und Arome,

 

Nimmst Sonne mit - in eine Liebesnacht.

Gleich goldnen Bienen hängt das Licht im Baum,

Das deinen Mund wie eine Frucht benagt.


Das Gedicht "Sommergarten" stammt von   (1885 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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