- Nackt. Ich bin es nicht gewohnt.
Du wirst so groß und so weiß,
Geliebte. Glitzernd wie der Mond,
wie der Mond im Mai.
Du bist zweibrüstig,
behaart und muskelblank,
so hüftenrüstig
und tänzerinnenschwank.
Gib dich her! Draußen fallen
die Regen. Die Fenster sind leer,
verbergen uns... - allen, allen! -
Wie viel wiegt dein Haar? Es ist sehr schwer.
- Wo sind deine Küsse? Meine Kehle ist gegallt,
küsse du mich mit deinen Lippen!
- Frierst du? - Du bist so kalt
und tot in deinen hellen Rippen.
Das Gedicht "Die Liebesfrau" stammt von Paul Boldt (1885 - 1921).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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