Die Stimmen der Autos wie Jägersignale

Die Täler der Straße bewaldend ziehn.

Schüsse von Licht. Mit einem Male

Brennen die Himmel auf Berlin,

 

Die Spree, ein Antlitz wie der Tag,

Das glänzend meerwärts späht nach Rettern,

Behält der wilden Stadt Geschmack,

Auf der die Züge krächzend klettern.

 

Die blaue Nacht fließt in den Forst,

Sie fühlt, geblendet, daß du lebst.

Schnellzüge steigen aus dem Horst!

Der weiße Abend, den du webst,

 

Fühlt, blüht, verblättert in das All.

Ein Menschenhände-Fangen treibst du

Um den verklungnen Erdenball

Wie hartes Licht; und also bleibst du.

 

Wer weiß, in welche Welten dein

Erstarktes Sternenauge schien,

Stahlmasterblühte Stadt aus Stein,

Der Erde weiße Blume, Berlin.

Die Stimmen der Autos wie Jägersignale

Die Täler der Straße bewaldend ziehn.

Schüsse von Licht. Mit einem Male

Brennen die Himmel auf Berlin,

 

Die Spree, ein Antlitz wie der Tag,

Das glänzend meerwärts späht nach Rettern,

Behält der wilden Stadt Geschmack,

Auf der die Züge krächzend klettern.

 

Die blaue Nacht fließt in den Forst,

Sie fühlt, geblendet, daß du lebst.

Schnellzüge steigen aus dem Horst!

Der weiße Abend, den du webst,

 

Fühlt, blüht, verblättert in das All.

Ein Menschenhände-Fangen treibst du

Um den verklungnen Erdenball

Wie hartes Licht; und also bleibst du.

 

Wer weiß, in welche Welten dein

Erstarktes Sternenauge schien,

Stahlmasterblühte Stadt aus Stein,

Der Erde weiße Blume, Berlin.


Das Gedicht "Berlin" stammt von   (1885 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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