Ist′s nicht im Grunde wesenloser Tand,
was ich in Reimen aneinander füge?
Ist′s nicht im Grunde eine bunte Lüge,
was ich in müssig heitrem Spiel erfand?
Scheint dir mein Reimgebäude imposant?
Merkst du denn nicht, wie keck ich dich betrüge,
dieweil ich mich mit jedem Reim begnüge,
den mir der Zufall grade legt zur Hand? –
Mit Gott und Weltall spiel ich kühne Spiele!
Der Dichter wird Jongleur – er wirft im Nu
der allerzartsten Gegenstände viele
hoch durch die Luft – es glückt ihm Coup auf Coup,
denn Alles kehrt zurück zu ihm – dem Ziele ...
Gott ist die Welt – und Gott und ich sind du!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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