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Die Erlen


Wo hier aus den felsichten Grüften

Das silberne Bächelchen rinnt,

Umflattert von scherzenden Lüften

Des Maies die Reize gewinnt,

 

Um welche mein Mädchen es liebt

Das Mädchen so rosicht und froh

Und oft mir ihr Herzchen hier gibt,

Wenn städtisches Wimmeln sie floh;

 

Da wachsen auch Erlen, sie schatten

Uns beide in seliger Ruh,

Wenn wir von der Hitze ermatten

Und sehen uns Fröhlichen zu.

 

Aus ihren belaubeten Zweigen

Ertönet der Vögel Gesang

Wir sehen die Vögelchen steigen

Und flattern am Bache entlang.

 

O Erlen, o wachset und blühet

Mit unserer Liebe doch nur

Ich wette, in kurzer Zeit siehet

Man euch als die Höchsten der Flur.

 

Und kommet ein anderes Pärchen,

Das herzlich sich liebet wie wir

Ich und mein goldlockiges Klärchen,

So schatte ihm Ruhe auch hier.



(* 02.05.1772, † 25.03.1801)




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