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Nachtfalter


Nachtfalter kommen verloren

Wie Gedanken aus dem Dunkel geboren,

Sie müssen dem Tag aus dem Wege gehen

Und kommen zum Fenster um hellzusehen.

Und in die Nachstille versunken,

Flattern sie zuckend und trunken,

Sie haben nie Sonne, nie Honig genossen,

Die Blumen alle sind ihnen verschlossen.

Nur wo bei Lampen die Sehnsucht wacht,

Verliebte sich grämen in schlafloser Nacht

Da stürzen sie in das Licht, sich zu wärmen,

Das Licht, das Tränen bescheint und Härmen:

Die Falter der Nacht, die Sonne nie kennen,

Sie müssen an den Lampen der Sehnsucht verbrennen.



(* 25.07.1867, † 29.08.1918)




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