Bergwasser rauscht voll Wildgetos′ --
Ein Holzknecht steht darin,
Wo′s stockt, macht er die Scheiter los,
Die tanzen wirr dahin.
Wohl aus den Bergen hoch und frei
Der Regen schwoll die Fluth,
Vorbei geht aus der Jägerei
Ein Bursch mit grünem Hut.
Der sieht hinab voll Pfiffigkeit:
"Die Sennerin ist mein;
Du laß dein Edelweiß bei Seit′
Und bild′ dir ja nix ein!"
Der Holzknecht denkt im Donner tief:
"Die Förstersmagd ist mein;
Setz′ deinen Hut nit gar so schief
Und bild′ dir ja nir ein!"
Das Gedicht "Vertauschte Liebhaber" stammt von Martin Greif (* 1839-06-18, † 1911-04-01).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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