Zu Laura′s Preise schlug Petrarch die Leier,

Und all sein Denken war nur eine Feier

Für sie, der seine ganze Seele lebt;

Doch strebt′ er nie nach irdischem Besitze,

Sie war die Göttin auf dem Wolkensitze,

Zu der kein Sterblicher die Wünsche hebt.

 

So strömte Tasso aus der Liebe Quelle

Der Dichtkunst heil′ge, segensreiche Welle,

Für Leonore sang sein Genius.

An ihrem Geiste durst′ er sich entzünden,

Er war ihr nahe; ihre Blicke künden

Ihm manchen tiefen, ahnungsvollen Gruß.

 

Da sinkt er nieder vor dem hohen Weibe,

Und wird des Stolzes, wird der Rohheit Scheibe,

Weil menschlich er empfand der Liebe Schmerz -

Wohl mag ich staunend auf Petrarcha sehen,

Den Liebessänger, frei von ird′schen Wehen -

Zu Tasso aber fliegt mein ganzes Herz!


Das Gedicht "Petrarch und Tasso" stammt von   (1821 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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