Kalt ist, wer nicht Liebe suchet,

Spricht der Menschen große Zahl,

Elend ist, wer nie empfunden

Ihre Lust und ihre Qual!

 

Und das Letzte was sie sagen,

O, ich glaub es ihnen wohl,

Aber niemals kann ich fassen,

Dass man Liebe suchen soll.

 

Liebe muss sich auf uns senken

Wie ein schöner, goldner Traum,

Ahnungslos muss sie durchdringen

Unsres Herzens tiefsten Raum.

 

Und wenn dann wir leis erwachen,

Steht sie da als Königin,

Und vor ihrem Strahlenblicke

Sinken machtlos wir dahin.

 

So muss uns die Liebe nahen,

Soll sie heilge Liebe sein,

Denn der Schlaf schützt reine Herzen,

Himmlisches nur lässt er ein.

 

Wollte Gott mir leuchten lassen

Solcher Liebe Himmelslicht,

Kniend wollt ich sie empfangen,

Doch sie suchen kann ich nicht!


Das Gedicht "Jugendträume" stammt von   (1821 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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