Rascher Blitz, der mich trägt

Pfeilschnell, von der Gluth bewegt,

Sausend durch des Tages Pracht,

Brausend durch die dunkle Nacht,

Donnernd über Stromesschäumen,

Blitzend an des Abgrunds Säumen,

Durch der Berge mächt′ge Grüfte,

Durch der Thäler nächt′ge Klüfte,

Durch der Saaten goldne Wogen,

Ueber stolze Brückenbogen,

Durch der Dörfer munter Leben,

Durch der Städte bunter Weben. -

Könnt′, wie du, das freie Wort

Sausend zieh′n von Ort zu Ort!

Alle Herzen, die ihm schlagen,

Stürmisch so von dannen tragen,

So aus einem Land zum andern

Siegend die Gedanken wandern! -

Freies Wort, wer gründet Schienen,

Deinem Bahnzug stark zu dienen? -


Das Gedicht "Auf der Eisenbahn" stammt von (* 1803-11-07, † 1872-01-22).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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