Du siehst sie durchs Gefilde hupfen:

die Wangen angenehm verpudert,

frech, nicht mehr jung, und auch verludert,

verschminkt ... zwei rosarote Tupfen ...

 

Die Waage wackelt hin und her.

Das Schwert – mein Gott – es ist aus Pappe,

sie trägt es scherzhaft als Attrappe,

ein eisernes ist ihr zu schwer.

 

Sie richtet so! O ja – man siehts!

die schwarzen, hohen Stöckelschuhe

zertrampeln alles – schaffen Ruhe.

So tänzelt Fräulein Streikjustiz.

 

Es raschelt des Talars Frou-Frou ...

»Du trugst doch früher eine Binde?«

»Die hab ich noch! Dem, den ich finde,

schnür ich damit die Kehle zu!« –


Das Gedicht "Streikjustiz" stammt von   (1890 - 1935).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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