Nun reibt der Heldenvater sich mit Margarine

die Schminke aus dem fetten Doppelkinn,

und auch im Silberhaar die Heroine

legt alles ab und hin.

 

Verstaubt und leer steht nun der Kassenschalter;

sie schieben alle nacheinander ab:

das Personal und der Konkursverwalter

und Herr von Glasenapp.

 

Und es erheben sich so manche Fragen:

Da Hollaender nicht immer schweigen kann,

– der Speichel rinnt auch in den warmen Tagen –

wo läßt es dieser Mann?

 

Wovon soll der Gerichtsvollzieher leben?

Es bleibt nicht immer, wie es einstens war ...

und wohin soll er nun den Kuckuck kleben?

O einziger Lothar!

 

Und kurz und gut: Nicht immer gings dem süßen

Kinde Thaliens gut, und meistens nur so so ...

Nun aber kommen Wiesen und die Sommerwinde –

Rideau!

Rideau!


Das Gedicht "Saisonbeschluß" stammt von   (1890 - 1935).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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