Fahre mit der Eisenbahn,

fahre, Junge, fahre,

Auf dem Deck vom Wasserkahn

wehen deine Haare.

 

Tauch in fremde Städte ein,

lauf in fremden Gassen;

höre fremde Menschen schrein,

trink aus fremden Tassen.

 

Flieh Betrieb und Telefon,

grab in alten Schmökern,

sieh am Seinekai, mein Sohn,

Weisheit still verhökern.

 

Lauf in Afrika umher,

reite durch Oasen;

lausche auf ein blaues Meer,

hör den Mistral blasen!

 

Wie du auch die Welt durchflitzt

ohne Rast und Ruh-:

Hinten auf dem Puffer sitzt

du.


Das Gedicht "Luftveränderung" stammt von   (1890 - 1935).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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