Einmal müssen zwei auseinandergehn;

einmal will einer den andern nicht mehr verstehn - -

einmal gabelt sich jeder Weg - und jeder geht allein -

wer ist daran schuld?

 

Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit.

Solche Straßen schneiden sich in der Unendlichkeit.

Jeder trägt den andern mit sich herum -

etwas bleibt immer zurück.

 

Einmal hat es euch zusammengespült,

ihr habt euch erhitzt, seid zusammengeschmolzen, und dann erkühlt -

Ihr wart euer Kind. Jede Hälfte sinkt nun herab -:

ein neuer Mensch.

 

Jeder geht seinem Schicksal zu.

Leben ist Wandlung. Jedes Ich sucht ein Du.

Jeder sucht seine Zukunft. Und geht mit stockendem Fuß,

vorwärtsgerissen vom Willen, ohne Erklärung und Gruß

in ein fernes Land.


Das Gedicht "Aus!" stammt von   (1890 - 1935).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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