Thalia stürzt sich in die Winterrobe

und macht sich bis zum Rückenwirbel bloß ...

Ab wirft sie ihren Schmoddergown – ick jloobe,

jetzt geht es los.

 

Das Winterfieber packt die kleinsten Schmieren,

der Mime schwärzt den alten Schappohklapp,

der Direktöhr läßt das Theater renovieren

und staubt die Hypotheken ab.

 

Der Spielplan steigt: man wird Modernes geben,

Bongs Klassiker, Band eins bis hundertzehn,

und Ibsen, Shakespeare und Herrn Schönherrleben –

ihr werdets sehn!

 

Man ist erregt bis in die tiefsten Tiefen –

selbst nachts brennt Licht im Direktionsbüro.

Schon hört man unsern Holzbock interwiefen ...

Rideau!

Rideau!


Das Gedicht "Auftakt" stammt von   (1890 - 1935).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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