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An einen garnisondienstfähigen Dichter


Du schlägst die kriegerisch-verstimmte Leier,

du singst von Haß und Blut und Pulverrauch -

und heißt vielleicht nur Gottlob Emil Meier,

sanft wölbt sich dir der Zwei-Terrassen-Bauch ...

Du singst vom Sturmangriff, von roten Hosen,

von England-Haß, von Not und Schlachtengraus,

vom Panjefeind und von den Erzfranzosen -

Komm raus!

 

Komm einmal raus! Besieh dir das persönlich -

gewiß: es ist nicht immer ideal,

mitunter gehts im Kriege ganz gewöhnlich

und schmutzig zu - besiehs dir nur einmal.

Nein! das genügt noch nicht: du mußt es auch erleben,

zieh an die schlichte Farbe unsres Graus.

Mach mit! Wir woll′n dir fünf Mark dreißig geben -

Komm raus!

 

Vielleicht wirst du dann endlich, endlich lernen:

Wer seine Pflicht tut, kämpft und steht und schweigt.

Steigt auch der Ruhm der Kameraden zu den Sternen -

sieh nur, wie lautlos und wie still das steigt!

Doch ziehn wir später einmal (Gott mag wissen,

wann das geschieht), zurück, sind Leid und Wirrsal aus:

dann, Meier, wollen wir dich gerne missen!

Dann bleib zu Haus!



(* 09.01.1890, † 21.12.1935)




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