Agathe, wackel nicht mehr mit dem Busen!

Die letzten roten Astern trag herbei!

Laß die Verführungskünste bunter Blusen,

Das Zwinkern laß, den kleinen Wohllustschrei...

Nicht mehr für dich foxtrotten meine Musen -

Vorbei - vorbei -

Es schminkt sich ab der Junggesellenmime:

Leb wohl! Ich nehm mir eine Legitime!

 

Leb, Magdalene, wohl! Du konntest packen,

Wenn du mich mochtest, bis ich grün und blau.

Geliebtendämmerung. Der Mond der weißen Backen

Verdämmert sacht. Jetzt hab ich eine Frau.

Leb, Lotte, wohl! Dein kleiner fester Nacken

Ruht itzt in einem andern Liebesbau...

Lebt alle wohl! Muß ich von Kindern lesen:

Ich schwör sie ab. Ich bin es nicht gewesen.

 

Nur eine bleibt mir noch in Ehezeiten -

In dieser Hinsicht ist die Gattin blind -,

Dein denk ich noch in allen Landespleiten:

Germania! Gutes, dickes, dummes Kind!

Wir lieben uns und maulen und wir streiten

Und sind uns doch au fond recht wohlgesinnt...

Schlaf nicht bei den Soldaten! Das setzt Hiebe!

Komm, bleib bei uns! Du meine alte Liebe - !


Das Gedicht "Abschied von der Junggesellenzeit" stammt von   (1890 - 1935).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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