Sommer. Ich bin so müde.

Alles noch braun und leer.

Förster mit Büchse und Rüde.

Jagd über Moore und Meer.

 

Möwen in silbernen Binsen.

Alpen gezahnt und gezackt.

Sterbende Hasen linsen

In den Mondkatarakt.

 

Schöner Falter im Himmel,

Sieh, mir versagt der Blick,

Deiner Flüge Gewimmel

Fällt in sich selber zurück.

 

Kühe, die niemand melkte,

Mit dem Euter so fahl,

Und das verwölkte, verwelkte,

Göttliche Bacchanal -

 

Deutschland ist untergegangen

In einem Bad von Stahl.

Heraldische Drachen und Schlangen

Beten zum biblischen Baal.

 

Ein blühender Weidenstengel

Erschlägt diese ganze Welt.

Schlafe, mein Stahlbadeengel,

Schlaf, Nie-gelungen-Held.


Das Gedicht "Sommerelegie" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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