Aber ich stürze von Bergen hernieder,

Wo mich der Regen des Himmels gekühlt,

Tränke erbarmend die lechzenden Brüder

Daß sich ihr brennendes Bette erfüllt.

 

Jauchzend begrüßen mich alle die Quellen;

Kühlend umfange ich, Erde, auch dich;

Leben erschwellt mir die Tropfen, die Wellen,

Leben dir spendend umarme ich dich.

 

Theueres Land du! Gebährerin Erde!

Nimm nun den Sohn auch den liebenden auf,

Du, die in Klüften gebahr mich und nährte,

Nimm jetzt, o Mutter! den Sehnenden auf.


Der Text des Gedichts "Der Nil" stammt von (* 1780-02-11, † 1806-07-26).




Weitere gute Gedichte von Karoline von Günderrode zum Lesen.



Zur Startseite dieser Gedichtesammlung