Es grünet ein Nußbaum vor dem Haus,

Duftig, luftig breitet er blättrig die Blätter aus.

Viel liebliche Blüten stehen dran;

Linde Winde kommen, sie herzlich zu umfahn.

Es flüstern je zwei zu zwei gepaart,

Neigend, beugend zierlich zum Kusse die Häuptchen zart.

Sie flüstern von einem Mägdlein,

Das dächte die Nächte und Tage lang,

Wußte, ach! selber nicht was.

Sie flüstern - wer mag verstehn so gar leise Weis?

Flüstern von Bräut´gam und nächstem Jahr.

Das Mägdlein horchet, es rauscht im Baum;

Sehnend, wähnend sinkt es lächelnd in Schlaf und Traum.


Das Gedicht "Der Nußbaum" stammt von (* 1803-07-08, † 1867-10-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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