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Wandernder Dichter


Ich weiß nicht, was das sagen will!

Kaum tret ich von der Schwelle still,

Gleich schwingt sich eine Lerche auf

Und jubiliert durchs Blau vorauf.

 

Das Gras ringsum, die Blumen gar

Stehn mit Juwelen und Perln im Haar,

Die schlanken Pappeln, Busch und Saat

Verneigen sich im größten Staat.

 

Als Bot′ voraus das Bächlein eilt,

Und wo der Wind die Wipfel teilt,

Die Au verstohlen nach mir schaut,

Als wär sie meine liebe Braut.

 

Ja, komm ich müd ins Nachtquartier,

Die Nachtigall noch vor der Tür

Mir Ständchen bringt, Glühwürmchen bald

Illuminieren rings den Wald.

 

Umsonst! Das ist nun einmal so,

Kein Dichter reist inkognito,

Der lustge Frühling merkt es gleich,

Wer König ist in seinem Reich.



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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