Die Abendglocken klangen

Schon durch das stille Tal,

Da saßen wir zusammen

Da droben wohl hundertmal.

 

Und unten wars so stille

Im Lande weit und breit,

Nur über uns die Linde

Rauscht′ durch die Einsamkeit.

 

Was gehn die Glocken heute,

Als ob ich weinen müßt?

Die Glocken, die bedeuten,

Daß meine Lieb gestorben ist!

 

Ich wollt, ich lag begraben

Und über mir rauschte weit

Die Linde jeden Abend

Von der alten, schönen Zeit!


Das Gedicht "Vesper" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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